"Erratisch" - welch ein wunderbarer Wort Ort - Spektraler Zwischenfall

Official Trailer R: Eric Kot Man-Fai P:Wong Kar Wai: "First Love the litter on the breeze" (1997)
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self-referential post-modernism to an absurd degree" - what makes it a "behind the mirror post-modernism". anm. d. red.


Frankreich Update 22.04.2012

Dank der wunderbaren Menschen in Übersee und auf dem kolonialen Festland konnte Holland in der ersten Runde aller Voraussicht nach gewinnen. Herr Sarkozy, Beileid, sie sind der erste Amtsinhaber in der Gechichte Frankreichs, der in der 1. Runde hinter dem Herausforderer liegt(wahrscheinlich). Nun können sie ganz Vater ihrer Tochter werden, und Changsongs singen - s. oben -  bis ans Lebensende - vielleicht interessiert die sich ja sogar dafür.

Oder Sie legen nun einen fulminanten Endspurt hin, am besten mit super rechtspopulistischen Thesen, um auch noch die Dumpfbacken von ganz rechts - sie wissen schon - Blaue Revolution usw. -- zu sich zu ziehen, oder sie überholen Holland links, aus Frankreich gesehen von Belgien kommend, wenn sie, vor dem Élysée stehend, einen Spiegel in der Hand halten, der auf einen Satteliten ausgerichtet ist, der wiederum über HonkKong schwebt und in dessen Spiegel sich ein Spiegel spiegelt, der auf einer Tischtennisplatte in London befestigt ist, der Richtung Osteende ausgerichtet ist und in Aachen auf der Domspitze von einer Liveübertragung aus dem Kantzleramt abspiegelt, müssen sie dabei zwangläufig durch Deutschland schauen - na wer noch Gelegenheit, nochmal die alte Freundschaft beschwören, bisschen Merkel nach dem Munde reden (dann nicht spiegelverkehrt, weil bei dieser Konstuktion das Spiegeln umgespiegelt wird - sie wissen schon - Spieglein Spieglein an der Wand ....) - wer weiss - noch ist das Spiel nicht beendet, und was im Falle eines Falles von Holland bleibt, das zeigt sich immer erst wenn der letzte Zettel eingeworfen, wenn der letzte Mohikaner den Schlüssel im Schloss des Wahllokales umdreht und sagt "Chuk mi ma apola kurum" - was soviel heisst wie, Wahlscheine kann man nicht essen.

Dies ist eben die dynamische Dialektik des Kolonialen, ich beforsche ja nun schon lange die preußische Provinz, tief im Rheinland in Köln und erlebe noch heute wie die Menschen voller Anbetung erstarren, wenn sie die Monumente des Kolonialismus, hier die Türme des Kölner Domes, bewundern, sie gleichsam in ihre Heimwatwelt zu integrieren suchen - wir lassen den Dom  in Köln da da gehört er hin, so vernimmt man hier doch immer noch den Unterton einer weit in die Vergangenheit zurückreichenden vermeintlichen eigenen Geschichte, die jedoch in den Wirren der Inkorporierung des Kolonialen tatsächlich doch nur eine fragmentierte Fortschreibung des Kolonialen ist die in der eigenen Identität gleichsam eingenistet nur schwer die wahren Gründe des langen Sichtums der bar jede Zivilisation zurückgelassenen Kolonien erkennen lässt und so in leeren Ritualen stets auf neue das Eigene betont ein langer Kreislauf der Fremdbestimmung so ist es in den Kolonien und Provinzen fern ab der zentren des modernen Lebens. Nach langen und beschwerlichen Reisen durch den Dschungel entlang des großen Flusses verliert jedoch auch irgendwann der rationalste Forscher in den Fiebersümpfen und MalariaLöchern beinahe den Bezug zu sich selbst - und die fremdartigen Getränke und Speisen, insbesonder Würste aus Blut und gelbes Wasser, was hier als "Kölsch" bezeichnet wird, ich war selbst anwesend, als die Kolonien den großen Imperator Billus Clintus aus dem fernen Amerikanus empfingen und er betrat eine dieser wabernd nebeligen Eingeborenen Hütten und ließ sich in der Eingebornensprache als "Flöönz" bezeichnetes servieren mit gelbem Wasser - wenig später zeigte er ganz ausserordentliche Potenzen im heimischen Praetorium - die Magie des Eingeborenen wirkte gar solange fort, dass in den noch koloniischeren Kolonien am fernen Strande Puniens der Frieden platzte - das reicht nicht an Kindl ran es ist sogar gefährlich für Reisende deren Mägen und Kehlen dies nicht gewohnt sind, selbst mir schwinden bisweilen noch die Sinne - es weckt eine Sehnsucht nach Zivilisation, die kaum größer sein könnte. Aber was tut man nicht alles - für den Kaiser. Dennoch sollte man den Menschen sagen, dass wir den Dom weiter gebaut haben um Frankreich zu erschrecken, einaml, nur einmal eine "echte" gotische Kathedrale, die sich direkt am Fluss erhebt, einmal so groß sein wie Gallien, kann man es uns vorwerfen, ja wir haben die Eingeborenen missbraucht, sie zur Frohnarbeit gezwungen, selbst den geheimrat mussten wir herbeischaffen - 2000 Reichsmark für ein Gutachten - nach vielen Jahren der französischen Landnahme, der Grad des Abstraktionsvermögens dürfte hierzu langsam ausreichen, das rheinische Bildungssystem hat deutliche Fortschritte gemacht, wir dürfen sie nicht länger in diesem Tale des Unwissens lassen, doch was hätten wir tu sollen - die Eingeorenen sind nicht sonderlich weit gekommen - in 500 Jahren erhob es sich kaum 42 Meter - Einsturzgefährdet über die Kronen der Urwaldriesen herausragend, auf den Platz darunter abbröckelnd. Historismus ist Kitsch, und sei er noch so "gotisch", dies weiss man heute - aber wissen es die Menschen in den Kolonien? Trägt doch die Ansiedlung den Namen "Colonia" bereits in sich, doch selbst dieser so klare 2000 Jahre alte Verweis reicht nicht aus, im Gegenteil, selbst aus anderen Hochkulturen stammende Menschen, abfällig als " Imis" bezeichnet, die ebenfalls die Colonien verzweifelt zur Zivilisation bringen wollen, stoßen auf Inkorporierungsversuche des Eingeborenen, sie bewerfen uns von Zeit zu Zeit mit vergifteten Ködern, und rotten sich in grölenden furchteregnende Horden zusammen, ziehen marodierend durch die Lande, die Köder die sie "Kamelle" nennen, so können wir nur mit größtem Geschick von A nach B kommen um nicht getroffen zu werden, wir sollen in Ritualen des umgedeutet preußischen, so sagen sie - "integriert" - werden - was haben wir nur angerichtet - es wird noch lange dauern, bis der Zivilisationsprozess hier deutliche Fortschritte macht, ein einzigartiges Phänomen der Inkoporierung des Kolonialen durch die Eingeborenen - sie versuchen die Kolonisten zu kolonialisieren - dies Phänomen allein macht schon die Reise interessant, ist es doch einzigartig.  ----- to.be.continued. Aus den Berichten für den Kaiser.

C'est la vie, und tschüssikowski bis zur Stichwahl. Ich sach hier ma vorsichtshalber, dass man die SPD nicht mit den Französischen Sozialisten verwechseln sollte, erst recht nicht programmatisch, schon garnicht in Sachen EFSF etc.pp. - na wer weiss - man kann also Wahlen auch gegen die Konservativen gewinnen, man muss ihnen nicht alles nachmachen und eiapopaia eitel sonnenschein spielen - insbesondere die "deutsche Stabilitätskultur" - ein anderes Wort für auf Kosten der Partner leben und die EZB zur Staats- und Bankenfinanzierung zwingen ist ein kolonialer Sonderweg - bzw. auch Stabilitätskultur Blitzkriege sind nichts neues - und mittelerweile glaube ich, dass die Deutschen es wirklich glauben, aus dem tiefsten inneren ihrer Seele, Stabilität von der Maas bis an den gelben Fluss, wo dann die Dollars herkommen, die dem Schäuble seine Stabilitätskultur retten, am Wesen dem deutschen wird die Welt genesen, denn die Bauwirtschaft feiert am Ende immer den größten Sieg - ein Wunder also - ein deutsches Wunder  - solange man nicht auf die Finanzen der Länder und Gemeinden schaut - solange man nicht auf das marode Gesundheitssystem schaut - und glaubt nur weil die Praxisgebühr, die nichts mit Krankenhäusern zu tun hat, genausowenig wie der Zahnersatz, evtl. abgeschafft wird, sei dies was anderes als wichtige Rücklagen als Wahlgeschenke zu verschwenden - solange man allein das glaubt, was sie wollen das man glauben tut - solange man die Risiken der verquarsten Eurorettung nicht anschaut - solange man die entvölkerten Landstriche in der alten - neuen Zone nicht anschaut - solange ist alles im Boot - auf dem sinkenden Loot - da würd ich schonmal diese Bremskeile besorgen - dass man nicht über die Reeling rollt - nicht war -

aber dies soll uns den Abend nicht verderben. Ich mein das lief ja auch darauf hinaus das wunderbare Frankreich mit dem sagen wir etwas bürokratischer veranlagten Deutschland zu verwechseln *hüstel*, dass kann einem garnicht passieren, mir jedenfalls nicht.

 09.07.2011

Irgendwie reicht es mir für die nächsten 72 Stunden, soweit nichts aussergewöhnliches passiert, mit Kriegen und Panzern an allen Fronten, soviel asymethrisches Blut aus dritten Weltkriegen, die kaum spürbar in 4. 5. und 6. übergehen, hält ja niemand aus.

Dafür habe ich heute ein Wort gefunden, was ich lange, lange nicht mehr gesehen und gelesen hatte - "Erratisch" - ein Wort was schon durch seinen Klang "Erratisch" - also man muss sich für den Klang natürlich vorstellen, dass man das Wort liest - ohne seine Bedeutung zu verstehen, für die, die die Bedeutung kennen ist das natürlich schwer, aber es liegt in der Natur der Bedeutung des Wortes, dass man es könne, denn würde man es nicht können gäbe es weder das wunderbare Wort noch dessen Bedeutung.

"Erratisch" - nein ich bin heute nicht direkt von selbst darauf gekommen aber - @cri - bei der FAZ hat eine wirklich poetisch - nüchterne, dazu noch äußerst trockene Konstruktion gebildet, die das Zeug dazu hat, den Finanzteil mindestens neben das Feuilleton zu stellen. In der ganzen Nervosität des Devisenmarktes, ist ein Mehr der Ruhe zu finden, in der tiefgreifenden schörkellosen Einleitung, und ganz am Ende, sogar umgebrochen als letztes Wort auf einer einsamen Zeile stehend - da sprang es mich an - "erratisch".

Der Börsenmarkt hat einen soliden "Grundoptimismus", der Rohstoffmarkt aber ist "erratisch", als sei "er" die Börse nach der Nahtoderfahrung, die Fortführung und Abstraktion einer scheinbar zusammenhanglosen Erzählung von epischer Dichte und mattem spektralem Glanze, ein gebrochener König, vielleicht, zurückgekehrt aus der Schlacht, den Speer des Gegners noch im Kopfe, sich ihn herausreissend, während er auf das Feldbett fällt. Wandeln zwischen Tod und Traum(a), wieder zu erwachen, vielleicht im Palast oder auf einem Blütenmeer in einer Deflationswanne.

Die nervöse Anwallung, die zerissene Erinnerung, "spektraler Zwischenfall", noch aus Fragmenten anderer Narrationen destilliert, die sich mit der, aus der Vergangenheit strömenden Erinnerung, Gegenwart, zu einer eigenartig gläsern, zerbrechlichen Gewissheit über die Zukunft verbinden: "CCC". Das "Biest" des "Anderen" - im eigenen Traum.

(Die Zeitschrift Kolonie und Heimat. In Wort und Bild war das Verbandsorgan des Frauenbundes der deutschen Kolonialgesellschaft, das 1907 als Unterabteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft gegründet wurde. Die mit Fotografien und Zeichnungen reich illustrierte Zeitschrift Kolonie und Heimat erschien bis 1910 vierzehntägig, danach wöchentlich und war im Abonnement und im Buch- und Zeitschriftenhandel zu beziehen. Kolonie und Heimat richtete sich an eine Leserschaft, die koloniale Themen in einer unterhaltenden Art präsentiert bekommen wollten.)

Wunderbar, ich liebe den Kapitalismus, denn welche andere Wirtschaftsordnung bringt derartige halb reale, collagierte, sich kaum spürbar von der Wirklichkeit abhebende Erzählstrukturen zustande? Ganz abhängig von den Zahlen, Daten, Fakten, die sie, wie das Blut den Körper, durchrauschen, und den Zusammenhang erst in der vollkommenen Abstraktion der synaptischen Kunst entfalten. 

(Ich weiss Poesie und Markt, das geht schlecht zusammen, man möge mir diesen Ausrutscher auf erratischem Parkett also verzeihen.) bis.die.tage


So, natürlich hat der Artikel "Nervosität am Devisenmarkt" noch viele weitere Wörter.


Erratisch sehr schlicht im Duden [ HIER ]

Erratisch schon prosaischer