Bread and Roses: 1. Mai Tag der Arbeit - Löhne an den DAX koppeln - Prohibido el Paso -

${

Loesung Form Wirklichkeit den Mix.it (
)

}

Das Kapital
DRITTES KAPITEL
Das Geld und die Warenzirkulation

Fussnote (62)
"Die Phantasien über Erhöhung oder Erniedrigung des "Münzpreises",
die darin besteht, die gesetzlichen Geldnamen für gesetzlich fixierte
Gewichtteile Gold oder Silber auf größere oder kleinere Gewichtteile
von Staats wegen zu übertragen und demgemäß auch etwa 1/4 Unze Gold
statt in 20 künftig in 40 sh. zu prägen - diese Phantasien,
soweit sie nicht ungeschickte Finanzoperationen gegen Staats- und Privatgläubiger,
sondern ökonomische "Wunderkuren" bezwecken,
hat Petty so erschöpfend behandelt in "Quantulumcunque concerning Money.
To the Lord Marquis of Halifax, 1682", daß schon seine unmittelbaren Nachfolger,
Sir Dudley North und John Locke, von späteren gar nicht zu reden, ihn nur verflachen konnten.
"Wenn der Reichtum einer Nation", sagt er u.a.,
"durch eine Verordnung verzehnfacht werden könnte,  wäre es eigenartig, daß unsere
Regierungen nicht schon längst derartige Verordnungen erlassen haben."

(na ja - die FED hat es ja immerhin versucht.)

Indem somit die Kartelle, das Kreditwesen, die Gewerkschaften usw. die kapitalistischen Widersprüche aufheben, also das kapitalistische System vom Untergang retten, den Kapitalismus konservieren - deshalb nennt sie ja Bernstein »Anpassungsmittel« - wie können sie zu gleicher Zeit ebensoviele »Voraussetzungen und zum Teil sogar Ansätze« zum Sozialismus darstellen? Offenbar nur in dem Sinne, daß sie den gesellschaftlichen Charakter der Produktion stärker zum Ausdruck bringen. Aber indem sie ihn in seiner kapitalistischen Form konservieren, machen sie umgekehrt den Übergang dieser vergesellschafteten Produktion in die sozialistische Form in demselben Maße überflüssig. "

Rosa Luxemburg, Sozialreform oder Revolution

"Bread and Roses" Ken Loach und das Reinigungsgewerbe.



[ 05.05.2012 ]

Ein eher ungewöhnlicher Arbeiterführer, in Person des deutschen Finanzministers Schäuble, meldet sich zu Wort - ob es an der neuen Brille liegt, oder tatsächlich an einer Revision der Politik - man weiss es nicht. In jedem Falle unterstützt Herr Schäuble, übrigens nachdem er ein Kölsch, nach einem Vortrag in der Kölner Handwerkskammer mitnahm (ich mein wenn man mir den roten Handschuh vor die Nase halten würde, nun ja, wahrscheinlich würde ich auch ein wenig, sagen wir, geselliger werden, nicht war.), um es zu Hause nach Dienstende zu trinken, höhere Löhne. Wo er recht hat, hat er recht - ob es nur Wahlkampfgetöse ist, dies wird sich zeigen. Vielleicht wirft Hollande ja seine Schatten voraus. Und wenn man sich das Foto so anschaut - richtig Herr Schäuble, bei den Bossen piepts.

 

( 30.04.2012 )

Den offiziellen Swashmark ersten  Mai Thread gibt es diemal hier -> 1. Mai. Tag der Arbeit - Missgelingen des EURO

Meiner Auffassung nach sind die ausgehandelten 6,5% in einigen Tarifrunden immer noch viel zu wenig, insbesondere im Bereich der unteren Lohngruppen. 9% ist das Zauberwort, denn angesichts der Teuerung, z.B. am Energiemarkt/Wohnungsmarkt etc.pp. werden hier ebenfalls kaum Impule für den Binnenmarkt zu erwarten sein.

In so weit kann man allenfalls sagen "Besser als nichts" - Anpassungsmittel eben. Wichtig scheint mir hier eher zu sein, dass insbesondere VERDI sich erneut als eine kämpferische Gewerkschaft gezeigt hat, diese Energie der Dienstleister sollte man nutzen um weiter zu machen.

 

[Update 29.01.2012]

Vielleicht die Löhne sicherheitshalber nicht an den DAX koppeln ;)  - aber - was die Statistiker des Bundesamtes herausgefunden haben ist beeindruckend, nur um 1,5% sind die Löhne und Gehälter im Megawundersuper Jahr 2011 durchsschnittlich gestiegen - bei einem Preisanstieg von 2,3% - das ist eben das deutsche Wirtschaftswunder. Daneben sieht man, wie lange Laufzeiten für Tarifverträge, im Gegenzug Sicherheit für Arbeitsplätze - ein sehr zweischneidiges Schwert sein können, die kapitalistische Dynamik kann daraus für die Gewerkschaften schnell ein Minusgeschäft machen. Gerade im Bereich der IG Metall - kann es auch sein, dass die Sicherheit, die teuer erkauft wurde, letztlich wenig bringt, wenn die Unternehmen trotz aller Anstrengungen eben doch, im Zuge der Globalisierung und einer Krise in der EUROZONE andere Produktionsstätten finden. Die Unternehmen, auch wenn es auf dem Papier deutsche Unternehmen sind, sie sind durch Zentralisierungsprozesse internationale Corporations, sie sind an kein Territorium gebunden, was auch immer sie erzählen mögen - sie werden der Dynamik der Märkte folgen müssen - Das Band ist zerissen 

[Update 10.11.2011]

IG Metall bereitet Warnstreiks vor - dies meldet Reuters.


[Update 04.11.2011 II]

Tja - erstmal ausgekuschelt Spekulationen beendet - gewerkschaftliche Unabhängigkeit gewahrt - Partei is Partei und Gewerkschaft is Gewerkschaft.

(allerdings muss man ja immer vorsichtig sein, denn ebensogut kann eine nicht-berufung - heissen, dass es bei einzelgewerkschaften möglicherweise evtl.  auch die haltung gibt, dass ein linksruck der spd nicht so extrem gern gesehen werden würde - links-rechts- das alte schema - immer eine frage des realen ausgangsstandpunktes)

Bleiben wir bei realer Politik - hier die Erklärung internationaler Gewerkschaften zum G-20 Gipfel da kann dann ja Jede/R selbst mit SPD Standpunkten abgleichen.

Aus dieser Erklärung:

"Global Unions fordern die Spitzen der G20 in Cannes auf, das Vertrauen
erwerbstätiger Familien wiederherzustellen und nicht nur das der Finanzmärkte,
indem sie den Teufelskreis von Arbeitsplatzunsicherheit, Lohndruck,
zurückgehendem Verbrauch und blockierten Investitionen durchbrechen.
Die Ausweitung der Beschäftigung ist für die Wiederherstellung des
Wachstums notwendig, nicht nur Wachstum für die Wiederherstellung der
Beschäftigung.
"

EFSF - die Finanzmarktfamilie.

Übrigens ist die Abstimmung zum Public Sector Pension Cut in England zuende - Die Mitglieder sprachen sich für den Streik am 30.11.2011 aus.


[Update 04.11.2011 I]

Der Kuschelkurs der SPD geht weiter - was es neben einer Geste in der Praxis bedeutet, wenn ein Gewerkschaftsboss in die "Zentrale" geholt wird, bleibt abzuwarten. Bisher lediglich eine Geste, die allerdings dem markt-liberalen Flügel der SPD nicht wirklich schmecken dürfte.  Nun müsste man allerdings nicht nur die AgendaPolitik überdenken, sondern insbesondere die Kriegspolitik, dazu bietet Libyen ja reichlich Gelegenheit. Vielleicht gibt der Theo dem Sigmar in gemütlicher Runde ja auch mal ein wenig Nachhilfe in strategischer Aussenpolitik - so von Genosse zu Genosse, die Grenzen Saudi-Arabiens beim Bier verschieben - dann kommt man der Sache näher.

Vorstellbar ist aber vielleicht auch ein Arbeits-Sozialminister Sommer im Schattenkabinett Gabriel.

Grundsätzlich hat sowas, nach den Erfahrungen mit der SPD, allerdings immer zwei Seiten, und einen Beigeschmack, denn die Unabhängigkeit zu wahren und eine Gewekschaftspolitik zu machen, die auch fähig ist Kritik an der scheinbaren "Arbeiterpartei" zu formulieren, das ist die wahre Kunst, und dürfte den Rosanen auch auf die Sprünge helfen.

Da Sommer aber sowiso SPD Mitglied ist - muss man die Bedeutung der Geste nicht überbetonen - allerdings könnten bestimmte Entscheidungen einen Schatten auf den DGB werfen - wenn man da zum Beispiel an das Dreamteam Steinbrück/Schmidt denkt, dann kann der Schuss schnell nach hinten losgehen. Klüngel Beigeschmack auf jeden Fall, was aber zur Nachkriegstradition der SPD/DGB Beziehung gehört. Freuen wir uns einfach erstmal spasseshalber, dass Schröder sich im Grab umdreht - ups - ich mein im Bett.


Die Formel wäre - z.B. jetzt zum ersten Mai

 

DAX ist bei 7514.

7514:1000*3=22,54% Lohnerhöhung - oder was ist überhaupt ein gerechter Lohn???


"Sozialreform oder Revolution" - PROHIBIDO EL PASO - Betreten Verboten - Bolivien - 2004
by sab/lhb

Der Tag der Arbeit rückt näher, dieser ist in der Bundesrepublik traditionell ein Tag, der auch die Tarifautonomie feiert. Schließlich ist das Recht selbstständig Tarifverträge zu verhandeln einer der wichtigsten Hebel um überhaupt noch für Reformen eintreten zu können.

Verglichen mit der Zeit von den Anfängen in der Nordamerikanischen Arbeiterbewegung bis heute behaupten böse Zungen, zu denen wir bisweilen auch gehören, dass aus einem echten politischen Kampftag eine wohlorganisierte und verwaltete Veranstaltung geworden ist.

Zweifelsohne hat die stark reformistische Orientierung der Organisationen der Arbeiter und Angestellten zu einer gewissen Bürokratisierung geführt, zur erweiterten Betriebsratsversammlung unter freiem Himmel. Dies hat sicherlich auch mit der Entwicklung der SPD zu tun.

Traditionell ist vor allem den Gewerkschaften klar, dass Rassismus und Ausländerdiskriminierung am Arbeitsplatz vor allem zu einer Spaltung der ArbeitnehmerInnen führt, die dann zum Beispiel genutzt werden kann um unterschiedliche Lohn- und Sozialleistungen durchzudrücken, oder insgesamt niedrig zu halten.

Ein anderer Aspekt ist die Funktion, dass mit dem Finger auf ausländische Kollegen gezeigt wird, um ein Feindbild zu erzeugen, was von den eigentlichen Ursache für eigene Probleme ablenkt. Alles in allem war "der Ausländer" also ein praktisches Mittel um gemeinsame Forderungen an die "Geschäftsleitung" zu schwächen.

Die meisten Gewerkschaften in Deutschland haben das längst verstanden und zum Beispiel die bekannte Kampagne "Gelbe Hand - Mach meinen Kumpel nicht an" mit initiiert. In der jüngsten Ausgabe ihrer Zeitung "Publik" berichtet die Gewerkschaft ver.di ausführlich über diese Zusammenhänge.

Mit der Entscheidung den immer wieder durch rechts-populistische Ausfälle auffallenden T.Sarrazin weiter als Mitglied zu führen hat die SPD vor dem 1. Mai da leider ganz andere Akzente gesetzt.

In der FAZ steigen DGB Chef Sommer und SPD Chef Gabriel übrigens ganz tief in die theoretische Ökonomie ein, indem Sie Lockes, im Vergleich zu Marx, doch recht einfache Aussage zur Arbeit bemühen, was natürlich nicht vergleichbar ist mit der Mehrwerttheorie. Dennoch, Marx und der Locke - immer wieder unterhaltsam:

(Dieser Marquis of Halifax, aber das tut nun nichts zur Sache, war übrigens ein echter "Schöngeist", und dient FeministInnen bis heute als Quell großer Heiterkeit. ["Women in the eighteenth century: constructions of femininity", Vivien Jones] Anm. by thon)

Äh - ja - in der Tat - Marx und Locke waren im Geiste eng verbunden ;)), hüstel, ich spare mir jetzt mal die Auflistung sämtlicher Zitate, denn das eigentlich interessante an dieser Fussnote ist ihre absolute Relevanz im Zusammenhang mit dem Silberpreis.

Ansonsten, es wurde nicht mit Finanzprodukten "Jongliert", es geht ums Ganze, wie hier bereits geschildert. (aber gut - die "Verschwörung des Finanzkapitals zum Schaden der ehrlichen, redlichen Kapitalisten, nun dies ist glaube ich sogar schon um 20 v. Chr. diskutiert worden. Oder so")

Traditionell ist der 1. Mai auch ein Tag der internationalen Solidarität, da sind vor allem die Entwicklungen in den USA besorgniserregend, wie wir hier bereits geschildert haben laufen diverse Republikaner Amok, auch dazu findet sich bei ver.di ein interessanter Artikel.

Doch auch das statistische Bundesamt macht pünktlich zum 1, Mai von sich reden, denn es weist nach, dass die Löhne keineswegs an den "DAX" gekoppelt sind, dies wird von Arbeitgebern nahe stehenden Instituten zurückgewiesen, was natürlich einer der Grundthesen unseres Projektes stützt: Die Statistik wird erst durch ihre Interpretation relevant, sie spricht niemals für sich selbst, auch wenn das vielen sicher lieber wäre. In einem Artikel der FAZ werden die Zusammenhänge für das "Hochlohnland" Deutschland erläutert.

Tja dann ist da noch der "Creepy War in Libyen", da hatten wir ja von Anfang an gesagt "Finger weg vom Sandkasten", allerdings wollte ausser Westerwelle, der alledings auch hätte NEIN sagen können, niemand auf uns hören, nun nimmt das Drama also seinen Lauf.

Die Revolutionen in Nord-Afrika finden mittlerweile relativ wenig Echo in den deutschsprachigen Medien, deshalb in dieser Sache nochmal der Verweis auf Al Jazeera, mit einer vorbildlichen Berichterstattung über die Veränderungen.

Innerhalb der EU jedenfalls scheint "die Burka" mehr zu interessieren als Arabische Männer und Frauen, die, manchmal auch mit Burka, für mehr Freiheit kämpfen. Typisch, so leicht wird man die Geister die man einst rief nicht wieder los, auch dann nicht wenn im gemeinsamen "Europäischen Hause" (ha,ha,ha), in Frankreich, Finnland, Österreich, Ungarn, den Niederlanden Rechtspopulisten mittlerweile frohlocken, diese Damen und Herren dürften allerdings mit dem Politikverständnis so mancher Alt-Autokraten des arabischen Raumes durchaus einiges gemeinsam haben

(Da fällt mir übrigens "HEAT" von Michael Man ein, ein genialer Film, dessen Grundthese ja nicht zuletzt davon handelt, wie der Jäger dem Gejagten immer ähnlicher wird, und umgekehrt.).

 

McCauley: "I do what I do best; I take down scores."
Hanna: "I spend all my time chasing guys like you around the block, that's my life."
Hanna: "I don't know how to do anything else."
McCauley: "Me, neither."
Hanna: "I don't much want to either."
McCauley: "Me, neither."

[Lindstrom, J.A.:2000](Dialogfragment aus dem Film Heat)(4)

 

Ein 1. Mai 2011 bei dem man eigentlich erwarten könnte, dass Hunderttausende unterwegs sind um alles mögliche zu fordern, hoffen wir, dass es so kommt - andererseits - es gelingt ja auch dem "Spiegel", wenigstens in der Überschrift, aus der Dollarschwemme eine Euro Stärke zu generieren, deshalb, und weil ja sowiso eigentlich die Monarchie viel schöner ist, wird wohl bald der 29. April den 1. Mai ablösen - vielleicht.

In diesem Sinne noch ein kleiner Beitrag der Genossin Luxemburg - bitteschön:


"Indem somit die Kartelle, das Kreditwesen, die Gewerkschaften usw. die kapitalistischen Widersprüche aufheben, also das kapitalistische System vom Untergang retten, den Kapitalismus konservieren - deshalb nennt sie ja Bernstein »Anpassungsmittel« - wie können sie zu gleicher Zeit ebensoviele »Voraussetzungen und zum Teil sogar Ansätze« zum Sozialismus darstellen? Offenbar nur in dem Sinne, daß sie den gesellschaftlichen Charakter der Produktion stärker zum Ausdruck bringen. Aber indem sie ihn in seiner kapitalistischen Form konservieren, machen sie umgekehrt den Übergang dieser vergesellschafteten Produktion in die sozialistische Form in demselben Maße überflüssig. "

Rosa Luxemburg, Sozialreform oder Revolution